JointConImprove

JointConImprove ist ein Akronym für unser zweites Forschungsprojekt mit dem Titel „Entwicklung und Pilotierung einer komplexen Intervention zur Verbesserung von sozialer Teilhabe und Lebensqualität von Pflegeheimbewohnern mit Gelenkkontrakturen“.

Zielstellung
Ziel dieses Verbundprojektes war die Entwicklung einer komplexen Intervention (= Maßnahmenpaket) zur Verbesserung der Funktionsfähigkeit, sozialen Teilhabe (Partizipation) und Lebensqualität von Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohnern mit Gelenkkontrakturen sowie die anschließende Testung dieser Intervention hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Machbarkeit in einer Pilotstudie.

Vorgehen
Entsprechend dem international anerkannten Vorgehen zur Entwicklung komplexer Interventionen wurde in einer mehrstufigen Entwicklungsphase (05/2014 bis 12/2015) ein Maßnahmenpaket zur Verbesserung der sozialen Teilhabe und Lebensqualität von Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohnern mit Gelenkkontrakturen entwickelt: das Konzept der teilhabefördernden, kontraktursensiblen Pflege.
Im letzten Studienabschnitt wurde dieses Konzept in sieben Pflegeheimen in zwei Regionen Deutschlands (Halle und München) hinsichtlich seiner Wirksamkeit und Umsetzbarkeit im Alltag überprüft.
Detailliertere Informationen zum Projektablauf finden Sie hier.

Das Konzept der teilhabefördernden, kontraktursensiblen Pflege PECAN
PECAN steht für „Participation Enabling CAre in Nursing“ und meint nichts anderes als die Förderung der sozialen Teilhabe durch kontraktursensible Pflege. Teilhabefördernde, kontraktursensible Pflege meint, dass gezielt Maßnahmen zur Verbesserung der Aktivität und sozialen Teilhabe von Menschen mit Kontrakturen (oder Kontrakturrisiko) geplant und durchgeführt werden. Für die Umsetzung des Konzepts wurden zunächst einzelne Mitglieder des Pflegeteams zu Expertinnen und Experten für kontraktursensible Pflege (EKON) geschult. Diese waren dann in den Einrichtungen für die Umsetzung der kontraktursensiblen Pflege verantwortlich. Die Maßnahmen der kontraktursensiblen Pflege finden sowohl auf der individuellen Bewohnerebene als auch auf Einrichtungsebene Anwendung.

Ergebnisse
Das PECAN-Konzept wurde von März bis Dezember 2016 hinsichtlich seiner Machbarkeit und Akzeptanz in einer cluster-randomisierten kontrollierten Studie überprüft. Sieben Pflegeheime aus den Regionen Halle (Saale) (Sachsen-Anhalt) und München (Bayern) wurden zufällig der Interventionsgruppe mit dem PECAN-Konzept (n=4) oder der Kontrollgruppe mit optimierter Standardversorgung (n=3) zugeteilt. 109 (85%) der 129 eingeschlossenen Bewohnerinnen und Bewohner mit Kontrakturen haben die Studie wie vorgesehen abgeschlossen. Diese waren im Mittel 85,7 Jahre alt, zu 80% weiblich und 63% hatten Kontrakturen in der oberen und unteren Extremität. Etwa die Hälfte der Bewohner war kognitiv beeinträchtigt.

Das getestete PECAN-Konzept erwies sich als machbar und in Pflegeheimen umsetzbar. Ermittelte Förderfaktoren und Barrieren hinsichtlich der Umsetzung des Konzepts in den Einrichtungen  fanden bei der Anpassung des PECAN-Konzepts für die Durchführung der Hauptstudie Berücksichtigung.

Detailliertere Informationen zu den Projektergebnissen finden Sie hier.

Das Projekt lief von 05/2014 bis 12/2016 und wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert (FK 01GY1327A/B).

Veröffentlichungen zu diesem Projekt finden Sie hier in deutscher und englischer Sprache.

Nach oben